003 — Architectus Animi:
Echter Ausdruck ist nicht gemacht

Was ist es, was sich durch dich ausdrücken möchte?

 

Was ist es, was sich in dir (vielleicht schon seit Jahren) langsam aufbaut, ein eigenes Momentum kreiert?

 

Um das zu wissen, steht eine Frage im Raum:
Was will nicht mehr durch dich ausgedrückt werden?

Was gehört nicht mehr zu dir?

Was ist fällig, über Bord geworfen zu werden?

 

All die Meinungen.
All die Ziele, die erfüllt werden müssen.
All die Konformitäten, die befriedigt werden wollen.

 

All das – gehört das wirklich zu dir?

 

Oder ist es viel mehr ein Gewand, eine Klamotte, die wir uns alle überstreifen, um jemand zu sein?

Um einen Auftritt in unserem eigenen Schauspiel zu haben, um uns Bedeutung zu geben?

 

Bei mir war es so. Und ich kann sagen: Ich war ausgebucht.

Das Schauspiel hatte so viele Auftritte, dass ich irgendwann ausgebrannt war.

 

Der Weg raus ist der Weg nach innen.

 

Danke,

aber was bedeutet diese Plattitüde?!?

Klingt so romantisch, kitschig und delusional.

 

Ja.

Im Klartext heißt es, mehr und mehr seine „Meinungen“, seine Identifikationen abzulegen – nein, zu verbrennen!! –

und mehr und mehr frei zu werden von all dem Noise,

der dich mal ausgemacht hat,

der dir ein Kostüm gegeben hat für eine Party,

auf der du nicht mehr sein willst.

 

Was will sich wirklich durch dich ausdrücken?

 

Was kommt wirklich aus dir heraus

(was auch immer das „dir“ ist, wenn du all die Identifikationen das Klo runtergespült hast …)?

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